Wie Feindbildpflege den Feinden hilft

Harry_R._Hopps,_Destroy_this_mad_brute_Enlist_-_U.S._Army,_03216u_editIch habe heute Morgen beim Frühstück ein interessantes Interview mit dem Philosophieprofessor Randal Marlin gehört. Im “New Books in Journalism”-Podcast stellte er die zweite Auflage seines Buches “Propaganda and the Ethics of Persuasion” vor. Dabei berichtete er von einer Entwicklung aus der Geschichte der Propaganda, die mir in der aktuellen, aufgeheizten, weltpolitischen Lage bedenkenswert erscheint.

Denn Randal Marlin vermutet, ein Grund, warum die amerikanische Öffentlichkeit so lange gezögert habe, sich dem Kampf gegen Nazideutschland anzuschließen, liege in den Erfahrungen der US-Bürger*innen mit antideutscher Propaganda im ersten Weltkrieg. Weiterlesen

Höher, Schneller, Weiter – Marx auf Speed

Ein Gespenst geht um in den Gazetten und Feuilletons. Aus den Kunsthochschulen und dem Internet, munkeln Eingeweihte, beginne die nächste große Erneuerung des Marxismus. Ein kleiner Kreis von Denkern und Philosophen unterschiedlichster Coleur ist auf dem Weg, je nach dem, wen man fragt, progressive Theorie für das 21. Jahrhundert neu zu denken oder linke Überzeugungen auf dem Altar des Turbokapitalismusses zu opfern. Es geht um den Akzelerationismus.

Akzel 2 KopieDer Berliner Merve-Verlag hat sich dem Thema schnell angenommen und mittlerweile schon zwei kleine Textsammlungen zum Thema veröffentlicht. Das erste Büchlein hat mich in den vergangenen Wochen auf meinen Bahnfahrten überfordert, beschäftigt und unterhalten. Ohne Anspruch auf vollständiges Verstehen der Texte anmelden zu wollen, hier meine kleine Einführung zum Thema: Weiterlesen

Für alle schreiben

symbol

Sitzen zwei Homosexuelle im Flugzeug. Sagt die eine zum anderen: “Die haben jetzt bestimmt an zwei schwule Männer gedacht.”

Na, auch erwischt? Die meißten, denen ich diesen kurzen Text zeige, kommen bei “die eine” kurz ins Stocken und blicken hinterher schuldbewusst. Diese kleine Geschichte verdeutlicht ein Problem, welches unsere Sprache allgemein hat Weiterlesen

Can’t get laid in Germany

Ich durfte für die Zeitung über das Konzert einer Rammstein Coverband berichten. Dabei ist mir überraschenderweise aufgefallen, dass es mir ziemlich schwer fällt, über Rammstein zu schreiben. Das ist für mich überraschend, weil ich in meiner Schulzeit durchaus ein großer Fan der Band gewesen bin.

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Auch heute noch bin ich eigentlich der Meinung, dass Rammstein “meinem” Begriff von Kunst am ehesten entsprechen, nämlich, dass Kunst unbequem sein muss, aufrütteln muss, immer auch ein wenig Wehtun muss. Nur pflegte ich auch in meiner Schulzeit schon zu sagen, Rammstein seien zwar eine tolle Band, aber ich wollte wegen der Idioten im Publikum nie auf ein Konzert von denen gehen. Weiterlesen

Der König der Buttonmasher

“Du drückst doch einfach nur irgendwelche Knöpfe!” ist ein populärer Vorwurf von Spieler*innen in Prügelspielen die so schlecht sind, dass sie von zufällig gedrückten Knöpfen besiegt werden können. Okay, in manchen Spielen ist das auch eine legitime und schwer schlagbare Strategie. Aber noch arbiträrer und Spielunabhängiger als diese sogenannten Buttonmasher hat jetzt Mc Cool das Prügelspiel “Tekken” bedient, in dem er mithilfe von Arduino sein Piano zu einem Controller umgebaut hat und jetzt beim Spielen von Musik nebenher online Gegner verprügelt. Well played!